Palina, Elton und die Chaos-Spiele von ProSieben

2013-08-14 15.35.01Die Ausgangsidee hörte sich in der Theorie interessant an. Palina Rojinski und Elton überraschen eine Familie mit einer Live-Samstagabendsendung in ihrem eigenen Haus. In der Praxis lieferte ProSieben zwar eine veritable Materialschlacht und eine beeindruckende technische Leistungsschau ab, inhaltlich war das „ProSieben Auswärtsspiel“ zuweilen unterhaltsam, aber leider auch allzu oft sehr chaotisch. Leider begann die Show schon mit dem ersten Patzer: Palina Rojinski und Elton begrüssten die TV-Zuschauer aus dem Ü-Wagen von ProSieben und riefen dem vermeintlichen „Kandidaten“ an. Die Familie im Hintergrund jubelte bereits und Elton musste etwas kleinlaut hinzufügen, er sei leider nicht doch nicht der Kandidat. Wirklich lachen konnte über diesen „Scherz“ niemand so richtig.

„Wo sind die Wunderkerzen?“
Schlussendlich landeten die beiden teilweise überforderten Moderatoren doch noch bei der „richtigen“ Familie. Ob diese vom Besuch der ProSieben-Armada wirklich überrascht waren, darf bezweifelt werden. Die Jubelschreie der Passanten, die die Moderatoren bei ihrem Weg vom Ü-Wagen zum Haus begleiteten, dürften schon von Weiten zu hören gewesen sein. Bei Twitter war der bunte Abend von ProSieben natürlich Gesprächsthema Nummer 1. Dort war von „Langeweile“ zu lesen, aber es tauchte auch die Frage auf, warum ausgerechnet eine offensichtlich wohlhabende Familie mit eigenem Haus ausgesucht wurde, um 100’000 Euro zu gewinnen. Diese Stimmen wurden vom Ausgang der Sendung nicht gerade besänftigt. Im viel zu späten Final des “ProSieben Auswärtsspiels” gewann der Kandidat die ausgelobten 100’000 Euro.

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Schmuse- statt Kinder-TV, “Dittsche” trinkt wieder

tvbildschirmblau2SRF zieht Kinder-TV den Stecker. Ab Oktober schauen die jungen Fans von Shows wie „Pätägei“ und „Rosanna checkt’s“ in die Röhre: das Schweizer Fernsehen setzt auf die älteren meist weiblichen Fans von TV-Romanzen und zeigt im Nachmittagsprogramm „Rosamunde Pilcher“. Die Kindersendung Zambo wird ins Radio und ins Internet abgeschoben. Sechs Stellen werden gestrichen, berichtet der Klein Report. +++

Bieler Medien spannen für Wahlen zusammen. Die konvergente Redaktion der Gassmann Gruppe bestreitet gemeinsam die Berichterstattung zu den Gesamterneuerungswahlen der Stadt Biel. Radio Canal 3 sendet am Wahl- und Abstimmungssonntag ab 15 Uhr live aus dem Foyer des Bieler Kongresshauses, die Kollegen von Telebielingue berichten ab 17:30 Uhr. Ausserdem wird auf dem Onlineportal vom Bieler Tagblatt und dem Journal du Jura ein Liveticker aufgeschaltet. +++

Neuer Sendeplatz für „Dittsche“. Die liebenswerte Kultfigur des deutschen Komikers Olli Dittrich wird sein Feierabendbier im „Eppendorfer Grill“ künftig am Freitag trinken. Die neue 12-teilige Staffel von „Dittsche – das wirklich wahre Leben“ startet diesen Freitag um 23:30 Uhr und wird wie gewohnt live ausgestrahlt. Das perlt! +++

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Schawinski will Billag-Gelder für Jugendradio und -TV

radioreglerc3Mit einer Kolumne unter dem Titel “Ein Fall für die Medienpolitik” bei persoenlich.com sorgt Planet 105-Besitzer Roger Schawinski für Wirbel in der Zürcher Jugendradioszene. In seiner Kolumne schreibt Schawinski, Angesichts des Konkurses beim Schweizer Jugendsender Joiz brauche es Gelder aus dem Billag-Gebührentopf, „damit private Projekte für Jugendliche eine echte Chance erhalten… Aus staatspolitischer Verantwortung muss die Jugend schweizerische Medienangebote erhalten, die für sie attraktiv sind“. Eine Forderung, die Giuseppe Scaglione, Gründer von Radio 105 und Betreiber von my105.ch Giuseppe Scaglione nicht unkommentiert lassen möchte. Auf seiner Facebookseite veröffentlicht Scaglione „meine kleine Replik auf diese abstruse Forderung“. Schawinski fordere öffentliche Gebührengelder „für seine Radio-Flops… Der Staat soll den Geldbeutel des Multi-Millionär schonen“. Und Scaglione weiter: „Das Verlangen nach öffentlichen Geldern ist eigentlich immer ein Eingeständnis an das eigene marktwirtschaftliche Versagen. Insofern ist Schawinski gescheitert“.

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Peter Wanners TV-Pläne, Serdar Somuncus blaue Stunde

2013-08-14 15.42.40Wanner will 100 Millionen für Privat-TV. Mit dem Geld aus dem Gebührentopf soll ein privater TV-Sender für die Deutschschweiz geschaffen werden, der die SRG-Sender konkurrenziert. Geplant sei ein Vollprogramm mit News, Sport und Unterhaltung. Diesen Vorschlag habe AZ-Chef Peter Wanner vor den beiden Fernmeldekommissionen im National- und Ständerat gemacht, schreibt die NZZ am Sonntag. Es brauche mehr Konkurrenz und Vielfalt im Schweizer TV-Markt. Konkret plane er mit den 100 Millionen Franken, aus TeleZüri und TV24 einen Kanal für die ganze Deutschschweiz zu machen. +++

radioreglerc3Serdar Somuncu wird Nachfolger von Schulz und Böhmermann. Der nach dem Abgang von „Sanft & Sorgfältig“ verwaiste Sendeplatz bei Radio Eins am Sonntag um 16 Uhr ist wieder besetzt. Heute startet „Die blaue Stunde“, das neue Format mit Komiker Serdar Somuncu. Den Titel habe er „bewusst gewählt, möchte er doch die Stimmung transportieren, wenn sich Dämmerung nach dem Sonnenuntergang zur Dunkelheit wandelt“, schreibt Radio 1 auf seiner Homepage. „Genau diese Mischung aus nachdenklicher Melancholie und Sorge vor dem aufziehenden Schwarz ist es, die den Charakter der Sendung ausmachen soll“. Hin und wieder wolle sich Somuncu auch „mit Studiogästen herumschlagen“, wenn sich diese trauen würden. Das Publikum dürfe von der „blauen Stunde“ allerdings „kein Ringelpiez mit Anfassen“ erwarten. +++

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Mehr Sport bei SRFzwei, Musikvideos statt Joiz Deutschland

Magglingen Schnee 010Mehr Sport auf SRFzwei. Ab 2017 wird neu das Format „Sportflash“ ins Programm genommen. Von Montag bis Samstag wird um 20 Uhr während drei Minuten über die wichtigsten Sportmeldungen des Tages berichtet. Bereits ab Ende November sollen ausserdem die Wochenenden ganz im Zeichen des Live-Sports stehen. Vom ersten bis zum letzten Live-Event des Tages will das Schweizer Fernsehen ununterbrochen Sportinhalte senden. Rund 20 Sportarten sollen zum Zug kommen. Die „Sportlounge“ allerdings wird abgesetzt und das „Fenster zum Sonntag“ muss ins SRF 1 zügeln. +++

Joiz Deutschland wird zum Musiksender. Er habe „kein Interesse daran, einen Teenager-Sender weiterzuführen“. So lässt sich der neue Besitzer von Joiz Deutschland, der Unternehmer Uwe Fabich, im Portal gruenderszene.de zitieren. Er wolle einen Musiksender schaffen. Ob das unter der Marke Joiz oder unter einem anderen Namen passieren werde, sei egal. Ein Teil der Belegschaft will Fabich übernehmen. +++

tvbildschirmblau2Pastewka-Serie wird fortgesetzt. Schon lange bevor „Morgen hör’ ich auf“ mit Bastian Pastewka ausgestrahlt wurde, sorgte die Serie für gehörigen Wirbel. Es geisterte das Zitat vom „deutschen Breaking Bad“ durch die Medienmagazine, eine Aussage von ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler. Anfang Jahr wurde die Serie nach langem Hin und her endlich gesendet, zuerst in der ZDF Mediathek und danach im linearen TV-Programm. Nun enthüllt derselbe Norbert Himmler, das es mit „Morgen hör’ ich auf“ weitergeht. Im Interview mit dwdl.de erklärt er: „Wir machen auf jeden Fall weiter“.

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News-Splitter: Terror, Fussball und Tiergeschichten

blackSRF mit neuen Terror-Richtlinien. In den Newssendungen vom Schweizer Fernsehen sollen keine Bilder oder Namen mehr von Terroristen gezeigt werden. Und über dessen Taten soll nur noch zurückhaltend berichtet werden. Auf diese neue Richtlinien im Umgang mit Terror-Anschlägen hätten sich die Verantwortlichen von Radio und Fernsehen SRF geeinigt, schreibt der Klein Report. +++

Marcel Reif und Murat Yakin bei TV24. Für Übertragung der 12 WM-Qualifikationsspiele ohne Schweizer Beteiligung konnten die Beiden als Fussball-Experten im Studio verpflichtet werden. Als Kommentator kommt jeweils Adrian Fetscherin im Einsatz. Das erste Spiel wird bereits am 4. September übertragen. +++

Neue Tiersendung mit Monika Fasnacht. Ab Januar 2017 reist Fasnacht mit ihrem Hund Filou quer durch die Schweiz und sucht die schönsten, berührendsten und spektakulärsten „Tiergeschichten“. Die Sendung soll jeweils am Sonntag um 18:15 Uhr bei SRF 1 ausgestrahlt werden.

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Stimmen-Premiere: der neue Homer ist (fast) ganz der alte

2011-08-22 21.11.50-8Ja, ich hatte Mühe, als vor ziemlich genau 10 Jahren Marge Simpson plötzlich mit einer neuen deutschen Stimme daher kam. Der traurige Grund, die vertraute Stimme der grossartigen Elisabeth Volkmann war für immer verstummt. Meine Gewöhnungsphase an die neue Stimme von Anke Engelke zog sich hin. Die beiden Stimmen von Marge Simpson klangen einfach zu unterschiedlich, immer wieder stolperte man bei den neuen Folgen über die neue Marge. Hatte Volkmann ihre ganz eigene stimmliche Interpretation entwickelt, legte Engelke ihre Marge nah ans Original von Julie Kavner an. Umso erleichtert bin ich nun nach der Premiere der ersten beiden Folgen der neuen Staffel 27. Zum Glück ging ProSieben bei der Neubesetzung der deutschen Stimme nach dem Tod von Norbert Gastell einen anderen Weg als damals bei Marge. Christoph Jablonkas Version von Homer Simpson klingt ähnlich wie „der alte“ Homer Simpson, hat aber trotzdem seine eigenen stimmlichen Facetten. Ein Entscheid, der sich gelohnt hat, wie ein erster Blick in den Twitter-Stream zeigt:

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Tönt so die neue deutsche Stimme von Homer Simpson?

2011-08-22 21.11.50-8Seit dem Start der Simpsons 1991 im deutschen Fernsehen (damals noch im ZDF) lieh er Homer Simpson seine Stimme: Norbert Gastell. Mit Ausrufen wie „Juhuu“ oder „Nnnein!“ sorgte er für den unverwechselbaren Charakter des „deutschen“ Homer Simpson. Deshalb war es sicherlich auch keine leichte Aufgabe, nach dem Tod von Norbert Gastell im letzten November einen geeigneten Nachfolger für Homers deutsche Stimme zu finden. Rund 30 Kandidaten seien getestet worden, darunter auch Jan Böhmermanns Sidekick William Cohn, berichtet dwdl.de. Doch nun ist das Geheimnis (wahrscheinlich) gelüftet, auch wenn es ProSieben (noch) nicht bestätigt hat. In einer exklusiven Vorpremiere von zwei neuen Folgen der Simpsons am Donnerstag in einem Berliner Kino war die neue deutsche Stimme von Homer Simpson erstmals zu hören. Die Fans vor Ort seien sich sicher, der Synchronsprecher Christoph Jablonka sei der neue deutsche Homer Simpson. Seine Stimme kennen die Serienfans aus der Trickfilmserie Drawn Together, wo er den Spanky Ham gesprochen hat oder von der US-Sitcom Rules of Engagement, wo er den männlichen Hauptdarsteller Jeff Bingham synchronisiert:

Ganz sicher können sich die Fans erst am kommenden Dienstag sein. Dann zeigt ProSieben ab 20:15 Uhr die ersten beiden Folgen der neuen, mittlerweile 27. Staffel der gelben Familie aus Springfield.

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Abschiedsvideos, Beileid und Häme – Reaktionen aufs Joiz-Aus

Die Meldung kam überraschend: der Schweizer Jugendsender Joiz wird eingestellt, 75 Mitarbeitende verlieren ihren Job. Der Sender hat seine Bilanz deponiert. Der deutsche TV-Ableger ist von der Schliessung nicht betroffen und auch die digitale Plattform Joiz Global soll weitergeführt werden. Eine Nachricht, die nicht lange unkommentiert blieb. Vor allem auf Twitter wurde fleissig seine Meinung kundgetan:

Die Joiz-Macher selber kommentieren den Konkurs ihres Arbeitgebers wie man es sich vom jungen TV-Team gewohnt war: ironisch und humorvoll. Um das Aus des Senders zu verkünden, spielte die versammelte Crew via Livestream mit der Zuschauerschaft „Hang Men“, das Lösungswort war „Joiz Schweiz habe fertig“. Und damit nicht genug: als Abschiedsbotschaft produzierte das Joiz-Team kurzerhand ein Bye Bye-Musikvideo. Zur Melodie des Titanic-Welthits „My Heart Will Go On“ von Celine Dion sang das Joiz-Team den Text „Doch jetzt isch Alles verbii, Joiz macht zue und mir schtöhnd uff dr Schtrass. Kei Geld, nei alles isch wäg, und mir mäldet eus jetzt bi dr Arbeitsvermittlig aa“.

Geschäftsmodell statt Role Model
Ex-Joiz-Moderator Knackeboul, einst selbst ein Aushängeschild von Joiz, verabschiedet sich in einem TagesWoche-Artikel von seinem Ex-Sender mit markigen Worten. „Joiz war schon vor seinem Begräbnis tot“. Der Sender sei von einem innovativen Jugend-TV immer mehr zu einer „Sponsoren-Befriedigungsmaschine“ geworden. „Ein Geschäftsmodells statt ein Role Model“.

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Stephan Klapproth hört auf, die NZZ ist am Glaubwürdigsten

tvbildschirmblau2Klapproth verlässt die „Sternstunde“. Nach nur zwei Jahren mag Stephan Klapproth offenbar nicht mehr im TV philosophieren. Er stehe zwar weiterhin für politische Sondersendungen (wie das Nachtspecial zur US-Präsidentschaftswahl) zur Verfügung, er wolle sich aber mehr eigenen Projekten widmen, heisst es in einer SRF-Mitteilung. Wer Nachfolger*in wird, werde später bekannt gegeben. +++

zeitungsstaenderhochNZZ ist am Glaubwürdigsten. Die Neue Zürcher Zeitung ist im Ranking der glaubwürdigsten Medienmarken auf Platz 1 gelandet, knapp vor Radio SRF 1. Dahinter kommt die NZZ am Sonntag. Das zeigt die jährliche Hitliste von Media Brands. Erstmals schaffte es auch Watson ins Ranking auf Platz 10. Im Bereich Markenstärke schwingen die SRG-Radios SRF 1 und SRF 3 obenaus, gefolgt vom Fernsehkanal SRF 1. +++

onairAlternativ-Radios auf DAB+ in Basel. Die Alternativsender wie Radio X, Kanal K, RaBe, toxic.fm oder Radio 3fach sind seit Anfangs August neu im DAB+-Netz in Basel zu empfangen. Möglich geworden sei das durch eine neue Technik, welche die Kosten für ein DAB+-Programm markant gesenkt hätten, teilt die Herstellerfirma mit.

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