Abschiedsvideos, Beileid und Häme – Reaktionen aufs Joiz-Aus

Die Meldung kam überraschend: der Schweizer Jugendsender Joiz wird eingestellt, 75 Mitarbeitende verlieren ihren Job. Der Sender hat seine Bilanz deponiert. Der deutsche TV-Ableger ist von der Schliessung nicht betroffen und auch die digitale Plattform Joiz Global soll weitergeführt werden. Eine Nachricht, die nicht lange unkommentiert blieb. Vor allem auf Twitter wurde fleissig seine Meinung kundgetan:

Die Joiz-Macher selber kommentieren den Konkurs ihres Arbeitgebers wie man es sich vom jungen TV-Team gewohnt war: ironisch und humorvoll. Um das Aus des Senders zu verkünden, spielte die versammelte Crew via Livestream mit der Zuschauerschaft „Hang Men“, das Lösungswort war „Joiz Schweiz habe fertig“. Und damit nicht genug: als Abschiedsbotschaft produzierte das Joiz-Team kurzerhand ein Bye Bye-Musikvideo. Zur Melodie des Titanic-Welthits „My Heart Will Go On“ von Celine Dion sang das Joiz-Team den Text „Doch jetzt isch Alles verbii, Joiz macht zue und mir schtöhnd uff dr Schtrass. Kei Geld, nei alles isch wäg, und mir mäldet eus jetzt bi dr Arbeitsvermittlig aa“.

Geschäftsmodell statt Role Model
Ex-Joiz-Moderator Knackeboul, einst selbst ein Aushängeschild von Joiz, verabschiedet sich in einem TagesWoche-Artikel von seinem Ex-Sender mit markigen Worten. „Joiz war schon vor seinem Begräbnis tot“. Der Sender sei von einem innovativen Jugend-TV immer mehr zu einer „Sponsoren-Befriedigungsmaschine“ geworden. „Ein Geschäftsmodells statt ein Role Model“.

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Stephan Klapproth hört auf, die NZZ ist am Glaubwürdigsten

tvbildschirmblau2Klapproth verlässt die „Sternstunde“. Nach nur zwei Jahren mag Stephan Klapproth offenbar nicht mehr im TV philosophieren. Er stehe zwar weiterhin für politische Sondersendungen (wie das Nachtspecial zur US-Präsidentschaftswahl) zur Verfügung, er wolle sich aber mehr eigenen Projekten widmen, heisst es in einer SRF-Mitteilung. Wer Nachfolger*in wird, werde später bekannt gegeben. +++

zeitungsstaenderhochNZZ ist am Glaubwürdigsten. Die Neue Zürcher Zeitung ist im Ranking der glaubwürdigsten Medienmarken auf Platz 1 gelandet, knapp vor Radio SRF 1. Dahinter kommt die NZZ am Sonntag. Das zeigt die jährliche Hitliste von Media Brands. Erstmals schaffte es auch Watson ins Ranking auf Platz 10. Im Bereich Markenstärke schwingen die SRG-Radios SRF 1 und SRF 3 obenaus, gefolgt vom Fernsehkanal SRF 1. +++

onairAlternativ-Radios auf DAB+ in Basel. Die Alternativsender wie Radio X, Kanal K, RaBe, toxic.fm oder Radio 3fach sind seit Anfangs August neu im DAB+-Netz in Basel zu empfangen. Möglich geworden sei das durch eine neue Technik, welche die Kosten für ein DAB+-Programm markant gesenkt hätten, teilt die Herstellerfirma mit.

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“Quotenbolzerei”: Streit um Arena aus dem Flüchtlingslager

tvbildschirmblau2Das Schweizer Fernsehen plane die erste Sendung des Polit-Talks Arena nach der Sommerpause am Bahnhof Como aufzuzeichnen, schreibt der Blick. Dort seien hunderte von Flüchtlingen gestrandet. Arena-Dompteur Jonas Projer bestätigt, man wolle „direkt am Flüchtlingslager“ drehen. Das stösst in Bundesbern auf Kritik: das sei „übelste Quotenbolzerei auf Kosten von Flüchtlingen“, so die SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer. Sie störe sich an der “Instrumentalisierung von Migrant*innen”. Unterstützung bekommt Projer von FDP-Politikerin Doris Fiala. Die Idee sei „ausgezeichnet“. Service Public dürfe „nicht ohne public“ stattfinden. Dabei ist noch völlig unklar, ob die Sendung überhaupt wie geplant stattfindet. Eventuell bekomme die Arena keine Erlaubnis von den italienischen Behörden, aus Como zu senden, so Projer. Man schaue sich bereits nach Alternativen um, zum Beispiel in Chiasso.

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Weltwoche versus SRF, Bundesrat versus Anti-Billag-Initiative

tvbildschirmblau2SRF-Sommerpause in der Kritik. Das Infosendungen wie Rundschau, Arena, Kassensturz und Schawinski in den letzten Wochen pausierten, sei „peinlich“ und „anachronistisch“, schreibt der Medienjournalist Kurt W. Zimmermann in der Weltwoche. Angesichts von Ereignissen wie den Amokläufen in Nizza und Bayern, dem Brexit oder dem Putschversuch in der Türkei hätte SRG-Generaldirektor Roger de Weck die Journalist*innen aus dem Sommerferien zurückholen müssen. Das SRF reagiert gegenüber persoenlich.com gelassen auf die Vorwürfe von Zimmermann. Der Informationsauftrag werde auch im Sommer erfüllt mit Tagesschau, 10vor10 und Schweiz aktuell. Im „Club“ seien die Themen des Sommers vertieft worden. +++

gratistvBundesrat ist gegen Anti-Billag-Initative. Wenn die Volksinitative „Ja zur Abschaffung der Billag-Gebühren“ angenommen werde, hätte das „einschneidende Auswirkungen auf die Schweizer Medienlandschaft“. Der „Medienplatz Schweiz“ würde „erheblich geschwächt“, die „Meinungs- und Angebotsvielfalt … stark eingeschränkt“. Deshalb lehne der Bundesrat die Initiative ohne Gegenentwurf ab. Die Initiative fordert die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Die konzessionierten gebührenfinanzierten TV- und Radiosender würden keine Gebührengelder mehr erhalten. Der Grund sei das „Quasi-Monopol“ der SRG, so die Initiant*innen. +++

fcbiel1TV24 zeigt Fussball-WM-Quali. Der Wanner-Sender hat sich die Übertragungsrechte für 12 Qualifikationsspiele zur Fussball-WM 2018 gesichert. Allerdings sind alle Partien ohne Beteiligung der Schweizer Fussball-Nati. Das sind etwa Spiele wie Norwegen gegen Deutschland am 4. September und Italien gegen Spanien am 6. Oktober. Neben den Live-Spielen zeigt TV24 ausserdem eine wöchentliche Zusammenfassung. +++

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Neue Staffel für Müslüm & Co., Teleclub in der Kritik

SRF: Müslüm und Co. dürfen weitersenden. Die Freitagabend-Comedyshows von Müslüm (Müslüm TV) und Dominic Deville (Deville Late Night) gehen in die zweite Staffel. Die vier neuen Folgen mit der Kultfigur Müslüm, verkörpert durch Comedian Semih Yavsaner werden ab dem 28. Oktober gezeigt. Ab dem 25. November darf Dominic Deville fünf Folgen seiner Late Night Show präsentieren. Auch Komiker Michel Gammenthaler bekommt eine zweite Chance. Zwar wurde sein erfolgloses Format „Headhunter“ eingestampft. Sein neues Format heisst „Querdenker“ und soll laut Medienmitteilung eine „Smart Late Night“-Show sein. Sein neues Format startet als erstes am 30. September. +++

IMG_3812Pay-TV: Teleclub in der Kritik. Der Schweizer Bezahlsender habe es verpasst, seine Kundschaft darüber zu informieren, dass die englische und spanische Fussball-Liga in der soeben gestarteten Saison nicht mehr ausgestrahlt werde. Der britische Streamingdienst Dazn habe sich die TV-Rechte für die Deutschschweiz gesichert, berichtet die Schweiz am Sonntag. Im Internet würden sich die Teleclub-Kunden beschweren, trotzdem bleibe der Pay-TV-Sender hart. Eine Sprecherin wird im Beobachter mit den Worten zitiert, man könne nicht aus dem Vertrag aussteigen, nur weil zwei Fussball-Ligen wegfallen würden. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz erklärt im Artikel, das Verhalten des Teleclubs sei „äusserst kundenunfreundlich“. Man prüfe dagegen vorzugehen. +++

Neuer Job: Marcel Reif geht zum „Doppelpass“. Der Kult-TV-Kommentator wird neuer Experte in der Fussballrunde am Sonntagmorgen bei Sport1. Im Interview mit der Zeitung „Der Westen“ erklärt Reif, er werde im „Doppelpass“ etwa 10 Mal pro Jahr zu sehen sein. Das erste Mal übrigens nächsten Sonntag. +++

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BaZ legt Ressorts zusammen, SRF startet neue TV-Serie

zeitungsstaenderhochBaZ legt Lokalressorts zusammen. Zwar werde der Bund weiterhin in Baselland und Basel Stadt unterteilt, die beiden Redaktionen werden aber unter der Leitung vom jetzigen Bundeshaus-Redaktor Christian Keller zusammen gelegt. Das berichtet der Basler Lokalsender Telebasel. Mit der Zusammenlegung der Ressorts am 1. September seien allerdings keine Entlassungen geplant. +++

SRF startet neue Serie. Die neue Eigenproduktion soll „Wilder“ heissen und Ende 2017 oder Anfang 2018 starten. Das berichtet der Klein Report. In der Serie geht es um die Geschichte der fiktiven Polizistin Rosa Wilder, die in das Dorf ihrer Kindheit zurückkehrt und dort ein dunkles Geheimnis entdeckt. Über die Besetzung der neuen eigenproduzierten TV-Serie kann SRF noch keine Auskunft geben, die Castings seien noch nicht beendet.  +++

Drei Schwingerkönige fürs SRF. Das Schweizer Fernsehen konnte für die Live-Übertragung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest Jörg Abderhalden, Adrian Käser und Thomas Müller verpflichten. In der „Königsrunde“ werden die drei zusammen mit Moderator Matthias Hüppi ihre Einschätzung zum Geschehen im Sägemehl abgeben. Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest wird am Samstag 27. und Sonntag 28. August jeweils ab 7.20 Uhr live auf SRF zwei übertragen. +++

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BaZ-Abtausch, SRF-Politsendungen, SonntagsBlick-Chef

BaZ-Abtausch: Jetzt spricht der Chef. Die Gerüchte um einen Tausch der Basler Zeitung von Christoph Blocher mit den Zürcher Landzeitungen der Tamedia rufen den Tamedia-Verwaltungsratspräsident Pietro Supino auf den Plan. In einem Kommentar in der Berner Zeitung schreibt er, die Gerüchte um einen Abtausch seien unwahr. Und: „es ist bedauerlich, dass einzelne Medien diese und andere Gerüchte entgegen unserer klaren Stellungnahme und ohne Rückfrage bei uns weiter verbreiten“. +++

tvbildschirmblau2SRF: zu wenig Politsendungen? Das Schweizer Fernsehen habe nur einen Anteil von 8,8 Prozent im deutschsprachigen Programm, während ARD und ZDF dagegen 16 und 12,7 Prozent. Das sei das Ergebnis einer Studie der Freien Universität Berlin, schreiben verschiedene Medien. Der Grund: die Produktionskosten seien in der Schweiz gleich hoch wie im Ausland, der Ertrag aber kleiner. Deshalb setze das SRF mehr auf Boulevard und Unterhaltung. Das Schweizer Fernsehen wehrt sich: ein 1zu1-Vergleich zwischen SRF und ARD/ZDF sei „nicht möglich“, so ein SRF-Sprecher. Die deutschen Sender hätten zum Beispiel ein höheres Budget. +++

Ringier: neuer Chefredaktor für SonntagsBlick. Der Neue heisst Christian Dorer und ist momentan noch Chefredaktor der Aargauer Zeitung. Er werde sein neues Amt spätestens am 1. Februar 2017 antreten, heisst es in einer Mitteilung. Neuer stellvertretender Chefredaktor wird Philipp Mäder. Dieser ist heute Nachrichtenchef bei der Schweizer Illustrierten. +++

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SRF: 17 Millionen Franken für 24 Stunden Olympia

tvbildschirmblau2In diesen Tagen startet die 31. Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Mit dabei auch das Schweizer Fernsehen. Die SRG bietet einen 24-Stunden-Kanal mit allen olympischen Wettbewerben. Die TV-Crew ist mit einem eigenen Studio am Strand von Ipanema. Ein Aufwand, der kostet. 17 Millionen Franken blättert das SRF für die Olympischen Spiele hin, wie der Blick berichtet. Das Budget sei gleich hoch wie bei den letzten Olympischen Sommerspielen 2012 in London dank eines rigorosen Sparkurses. Zum Beispiel bei der Miete, hier sei man einen Deal mit der Stadt Rio eingegangen. Das Schweizer Fernsehen zahlt keine Miete, dafür habe man ein Fischerdorf in der Gegend renoviert. Ausserdem teilt sich das SRF ihr Sendestudio mit den österreichischen Kollegen vom ORF.

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Blocher will Sonntagszeitung gründen und BaZ abtauschen

zeitungsstaenderhochDer SVP-Vordenker Christoph Blocher plane die Gründung einer Gratis-Sonntagszeitung, schreibt der „Schweizer Journalist“. Als Chefredakteur soll Markus Somm amten. Die Zeitung soll einen Umfang von 64 Seiten im Zeitungsformat und 120 Seiten im Tabloidformat haben. Die Auflage soll bei 500’000 Exemplaren liegen und bei verschiedenen Druckereien in Bern, Haag und Sankt Gallen gedruckt werden. Aus Basler Sicht sehr interessant ist ein weiterer Plan, der durchgesickert ist. Blocher und BaZ-Verwaltungsratspräsident Rolf Bollmann würden mit verschiedenen Verlagen Gespräche über die Zukunft der Basler Zeitung führen.

Basler Zeitung als Tauschobjekt?
Am liebsten würden Blocher und Bollmann die BaZ gegen die Landzeitungen der Tamedia abtauschen, schreibt der „Schweizer Journalist“. Namentlich wären das die Zürichsee-Zeitung, der Zürcher Unterländer und Beteiligungen am Zürcher Oberländer und eventuell am Landboten. Im Verwaltungsrat der Tamedia gebe es allerdings Widerstand gegen diese Pläne. Christoph Zimmer, Mediensprecher der Tamedia erklärt in einem Artikel des Tages-Anzeigers: „Wir sind immer offen für Gespräche… Ein Verkauf oder Abtausch… ist aber allen anderslautenden Gerüchten zum Trotz kein Thema.“

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Barfi.ch feiert (sich), Newssender gewinnen, Schlag den Star geht weiter

2013-08-14 14.24.54Barfi.ch feiert sich und seinen Geburtstag. Ein Jahr nach dem Start des Basler Newsportals von Christian Heeb sieht sich Barfi.ch auf der Siegerstrasse. Man erreiche „laut offizieller Google-Statistik… alleine in unserer Region seit einigen Monaten… über 100’000 Nutzer“. Für die Zukunft verspricht Barfi.ch „noch umfangreichere“ Wetterprognosen und ein „noch übersichtlicheres Layout“. +++

Hohe Einschaltquoten für Newssender. Wegen den Terror-Anschlägen und den Amokläufen in den letzten Wochen war das Bedürfnis der Zuschauer nach Nachrichten höher als gewohnt. Das merkten auch die deutschen Nachrichtensender n-tv und N24. Die beiden Stationen konnten mit jeweils 1,4 Prozent die höchsten Marktanteile seit fünf Jahren verzeichnen, damals hielt die AKW-Katastrophe von Fukushima die Welt in Atem. +++

„Schlag den Star“ geht weiter. Der Nachfolger von „Schlag den Raab“ mit Elton als Moderator wird am 17. September fortgesetzt. Das teilt ProSieben mit. Die ersten drei Ausgaben haben die TV-Macher offenbar quotentechnisch und inhaltlich überzeugt. Im September soll auch wieder die gewohnte Reporterstimme von Frank „Buschi“ Buschmann zu hören sein. Dieser hatte bei der letzten Ausgabe Anfang Juli pausiert und war stattdessen in der Show „Ninja Warrior Germany“ beim Konkurrent RTL zu hören und sehen. +++

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