Aus für Circus HalliGalli: mehr als ein TV-Abschied

Joko und Klaas haben genug: nach neun Jahren mit MTV Home/neo Paradise/Circus HalliGalli bei MTV/ZDFneo/ProSieben beenden Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ihre wöchentliche TV-Präsenz. Die Fans des Moderations-Duos sind schockiert und lassen ihrer Trauer etwa auf Twitter freien Lauf.

Die Presse zeigt sich weniger erschüttert, Spiegel Online bezeichnet die Shows als Mischung aus „Pennälerhumor und fiesen Streichen“, der FAZ ist das wöchentliche Aus von Joko und Klaas gerade mal eine Seitennotiz wert. Dabei übersehen die Blätter die Bedeutung dieses Abgangs. Klar war nicht jede Aktion in jeder Sendung ein TV-Highlight für die Ewigkeit und in den letzten Wochen und Monaten konnten die Macher die Ermüdungserscheinungen bei Circus HalliGalli immer schlechter kaschieren. Ausserdem lief ihnen Jan Böhmermann mit dem Neo Magazin Royale immer wieder den Rang ab.

Abschied von der Fernsehjugend
Trotzdem ist dieser Abschied für die Millenials, was der Abschied von Stefan Raab oder gar Harald Schmidt für die TV-Generationen davor war. Der Abschied von einem Stück TV-Jugend, wenn diejenigen abtreten, mit denen man am Fernsehen gross wurde. Trost finden können die Joko und Klaas-Fans in der Tatsache, das die Beiden auch nach dem Aus von Circus HalliGalli im Juni nicht ganz von der Bildfläche verschwinden werden. Sie werden für ihre Formate „Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt“ und „Die beste Show der Welt“ auch weiterhin vor der Kamera stehen.

Veröffentlicht unter Fernsehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert

20 Minuten macht Radio, Böhmermann & Co. gegen Trump

radioreglerc320 Minuten lanciert Radiosender. Die Pendlerzeitung will im Mai ihren eigenen Web-Radiosender starten, der über die 20 Minuten-App verbreitet werden soll. Mit dieser erreiche man rund eine Million Menschen, so Marco Boselli von 20 Minuten gegenüber persoenlich.com. Der Sender soll eine Musik-Abspielstation werden, auf moderierte Sendungen werde verzichtet. In einer späteren Phase seien aber auch moderierte Beiträge möglich. Bereits vor 12 Jahren startete 20 Minuten einen Radiosender im Web. Dieser wurde inzwischen wieder eingestellt. +++

EU-Late Night-Shows starten Allianz. Nach dem viralen Hit der niederländischen Late Night-Show „Zondag met Lubach“ mit über 16 Millionen Klicks zur Inauguration von Donald Trump hat sich eine Allianz der europäischen Late Night-Shows formiert. Jan Böhmermann in Deutschland, Stermann und Grissemann in Österreich und Dominic Deville in der Schweiz und viele Weitere laden auf einer gemeinsamen Plattform ihre eigenen Videos hoch, in der ihre jeweiligen Länder humoristisch als „The Second Best“ nach den USA angepriesen werden. In Anspielung auf Trumps Rede an der Inauguration, als er wiederholt den Slogan “America First” skandierte. +++

Deutscher Fernsehpreis für Böhmermann, Joko und Klaas. Das Neo Magazin Royale von Jan Böhmermann wurde am Donnerstagabend mit dem Deutschen Fernsehpreis für die beste Late Night-Show ausgezeichnet. Den Preis für die beste Unterhaltungsshow in der Prime Time holten sich Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf für ihr Format „Die beste Show der Welt“. Als bestes Comedy/Kabarett-Format wurde „Das Lachen der Anderen“ mit Micky Beisenherz und Oliver Polak ausgezeichnet. +++

Veröffentlicht unter Fernsehen, Online, Radio, Social Media | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert

Fussball-TV-Rechte an SRF: Kritik von 3+

fcbiel1Das Schweizer Fernsehen hat sich sämtliche Fernsehrechte an den Spielen der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft bis 2022 sichern können. Wie tief das SRF ins Portemonnaie greifen musste, darüber wurde „Stillschweigen vereinbart“. 20 Minuten zitiert Insider, die von einem Betrag von fünf bis sieben Millionen Franken pro Jahr ausgeben. Kritik kommt von 3+-Chef Dominik Kaiser: „Wir halten es für sehr problematisch, dass die SRG … uns mit ihrem gigantischen Budget und ihren Steuermillionen überbietet.“ Das Angebot von 3+ hätte vorgesehen, dass die SRG immer noch die meisten und wichtigsten Spiele hätte zeigen können. Roland Mägerle, Leiter Business Unit Sport bei der SRG kontert die Kritik von Kaiser: „Wir haben … weit mehr zu bieten als nur Geld: unsere Angebote sind in allen vier Sprachregionen frei empfangbar.“ Ein sprachregionaler Sender könne nur einen Teil der Schweiz abdecken.

Federer und Wawrinka sorgen für Top-Quoten
Einen sportlichen Erfolg konnte das Schweizer Fernsehen übrigens diese Woche auch an der Tennis-Front verbuchen: das Schweizer Duell zwischen Roger Federer und Stan Wawrinka an den Australian Open holte trotz der fernsehuntauglichen Uhrzeit um 9:30 Uhr morgens Traumquoten. In der Spitze sassen 326’000 Zuschauer*innen vor dem Fernsehgerät, der Marktanteil schraubte sich auf 71,2 Prozent.

Veröffentlicht unter Fernsehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert

SRF-Jahresbilanz: Und das junge TV-Publikum?

Bildschirmfoto 2017-01-24 um 20.51.19

Eine Hausnummer für sich: mit 1,7 Millionen Abonnenten ist Diabl0x9 der erfolgreichste Youtuber der Schweiz. (Foto: Printscreen)

Dank grossen Sport-Ereignissen wie der Fussball-EM oder den Olympischen Spielen konnte das SRF sich im letzten Jahr als „Favorit des Deutschschweizer Publikums“ behaupten. Die SRF-Programme konnten 2016 einen Marktanteil von 31,8 Prozent erreichen. Doch wie ist die Bilanz beim jungen Publikum, das immer mehr vom TV ins Internet abwandert? Die Webserie „True Talk“ sei auf Facebook 800’000 Mal gestartet worden. Und das Format „Inked“ 650’000 Mal angeclickt. Mit Blick auf die Abo-Zahlen der grossen Youtube-Stars aus Deutschland ist hier sicher noch Luft nach oben. Auch in der Schweizer Youtube-Szene sind grössere Player wie zum Beispiel „Diabl0x9“ aus der Romandie zu finden.

20 neue Formate geplant
Mit rund 20 neuen Formaten will das SRF aufholen, darunter auch der Basler Comedian und Moderator Joël von Mutzenbecher. Dieser startet im Frühling die „Hells News“ auf Facebook, ein satirischer Wochenrückblick mit einem „bitterbösen Blick auf die witzigsten, spannendsten und skurrilsten Geschichten, die auf Social Media für Furore gesorgt haben.“ Daneben seien Formate wie „Kreuz und Queer“ oder der „Survival Guide“ in der Pipeline.

Veröffentlicht unter Fernsehen, Online, Social Media | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert

SRF löscht Twitter-Kanäle von Glanz & Gloria und Kassensturz

2013-08-14 14.24.54Die People-Sendung Glanz & Gloria und die beiden Konsumenten-Magazine Kassensturz und Espresso müssen ihre Twitter-Accounts schliessen. Das berichtet die Schweiz am Sonntag. Das SRF wolle sich auf weniger Präsenzen fokussieren und die Ressourcen gezielter einsetzen, so Martin Oswald, Leiter Content SRF Online. Gleichzeitig erklärt er aber auch, man habe in den letzten Monaten mit SRF Sport, SRF Meteo oder SRF bi de Lüt drei neue Instagram-Accounts eröffnet. Ausserdem biete man auf Snapchat Inhalte für die junge Zielgruppe. In der Ganz & Gloria-Redaktion sorge diese Entscheidung für Unmut, so die Schweiz am Sonntag. Ausserdem warte man schon lange auf die Bewilligung für einen eigenen Instagram-Account.

Publizistische Leitlinien
Die SRF-Moderator*innen wie Sandro Brotz, Jonas Projer oder Steffi Buchli dürfen übrigens auf Twitter aktiv bleiben. Dabei seien aber die „Bestimmungen in den publizistischen Leitlinien von SRF zu beachten, so Martin Oswald. Diese besagen, die SRF-Mitarbeitenden dürfen „keine Stellungnahmen zu politischen und wissenschaftlichen Themen abgeben.“ Und: „Sie sind äusserst zurückhaltend beim Beitritt zu interessengebundenen Gruppen in sozialen Netzwerken“. Mit den Online-Beiträgen dürfe „ihre Glaubwürdigkeit als SRF-Journalist*innen nicht beeinträchtigt“ werden. „Private Postings dürfen dem Ansehen von SRF keinen Schaden zufügen und sollen Mindestanforderungen an Stil und Geschmack erfüllen“.

Veröffentlicht unter Fernsehen, Online, Social Media | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert

News-Splitter: Hörerzahlen, Donald Trump, “Üse Buurehof”

tvbildschirmblau2Trums Amtseinführung: So berichten die TV-Sender. Die offizielle Amtseinführung von Donald J. Trump zum 45. Präsidenten der USA am Freitagabend wird live im Schweizer Fernsehen übertragen. Die sogenannte Inauguration wird ab 17 Uhr bei SRF info gezeigt. Die Sondersendung wird von Ex-Washington-Korrespondent und 10vor10-Moderator Arthur Honegger moderiert und kommentiert. Auch im deutschen Fernsehen wird die Amtseinführung von Donald Trump live übertragen. Die ARD berichtet von 17:15 Uhr bis 18:50 Uhr. Phoenix und n-tv senden bereits ab 14 Uhr, N24 ab 15 Uhr. Das ZDF überträgt den Amtsschwur von Donald Trump nicht live, berichtet abr in einem ZDF Spezial ab 19:25 Uhr. Erwähnenswert ist auch der gemeinsame Livestream von Twitter und PBS Newshour. Auch ProSieben hat sich etwas spezielles einfallen lassen: um 18:40 Uhr wird die Simpsons-Folge „Bart to the Future” aus dem Jahr 2000 gezeigt. In der Folge blickt Bart in die Zukunft seiner Familie, in der Lisa Simpson US-Präsidentin ist, als Nachfolgerin von Trump. +++

Energy Zürich bleibt Nummer 1. Der Zürcher Privatsender konnte auch im zweiten Semester 2016 seine neue Stellung als erfolgreichstes Privatradio der Deutschschweiz behaupten. Täglich schalten 294’000 Hörer*innen in der Deutschschweiz Energy Zürich ein. Das zeigen die neusten Hörerzahlen von Mediapulse. Auf dem Silber- und Bronze-Treppchen landen Radio 24 und FM1. Bei den SRG-Radios werden nach wie vor SRF 1 und SRF 3 am meisten gehört. +++

SRF lanciert Sommerserie „Üse Buurehof“. Nach einem Schwimmbad in der ersten und einem Zoo in der zweiten Staffel plant das Schweizer Fernehen in diesem Sommer eine dritte Staffel der beliebten Doku-Soap mit geistig behinderten Menschen. Das berichtet „Tele“. Diesmal soll sich die Serie um einen Bauernhof drehen, der bewirtschaftet werden muss. Ob Publikumsliebling Remo („Ich bin der Chef“) bei der dritten Staffel dabei sein wird, sei noch offen, so das Schweizer Fernsehen gegenüber dem Klein Report. +++

Veröffentlicht unter Fernsehen, Online, Social Media | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert

Bakom: Telebasel hat Konzession nicht verletzt

tvbildschirmblau2Der Basler Lokalsender Telebasel habe seine Konzession nicht verletzt. Zu diesem Schluss kommt das Bundesamt für Kommunikation (Bakom). Christian Heebs Online-Portal „barfi.ch“ und die Basler Zeitung hatten im März 2016 Anzeigen eingereicht. Vor allem der Web-Auftritt von Telebasel war den Klägern ein Dorn im Auge. Es würden Konzessionsgelder unsachgemäss für das erneuerte Online-Portal eingesetzt. Ausserdem strahle Telebasel unzulässige Unterbrecherwerbung aus. Dem widerspricht nun das Bakom. Eine Finanzierung von Online-Inhalten mit Gebührengeldern sei zulässig, solange es in Verbindung mit dem TV-Programm stehe. Auch bei der Unterbrecherwerbung habe sich Telebasel nicht zuschulden kommen lassen. Die einzelnen Sendegefässe seien eigenständig und klar voneinander abgegrenzt. Telebasel kündete in einer Mitteilung an, sich „eine Schadenersatzklage gegen die Initianten“ vorzubehalten. Der Grund: „die in der Anzeige gemachten Vorwürfe gegen Telebasel sowie die entsprechende Berichterstattung wirkten massiv geschäftsschädigend“.

Veröffentlicht unter Fernsehen, Online | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert

Auswanderer-Recycling, Welke für Böhmermann

bildschirmfoto-2017-01-06-um-14-13-49

Die doppelten Auswanderer: Tobias und Michael
Copyright SRF

Auswanderer-Recycling: das SRF nimmt Stellung. Wie die Bachmediennews am Freitag berichteten, wärmt das Schweizer Fernsehen ein Auswanderer-Paar von 3+ in der SRF-Doku-Soap „Auf und davon“ auf. Tobias Bayer und Michel Paris waren bereits 2011 in der 3+-Doku-Soap „Adieu Heimat!“ zu sehen. Die Kolleg*innen vom Klein Report haben beim SRF nachgefragt, was der Grund dafür ist. Die Antwort: „Sie (Tobias Bayer und Michael Paris) sind sympathisch und telegen, das Projekt mit der Bar fanden wir spannend… Sie passen perfekt in die aktuelle Staffel“. Den Vorwurf, das Schweizer Fernsehen habe nicht genug „eigene“ Kandidaten gefunden, lasse der zuständige Redaktionsleiter Frank Senn nicht gelten. +++

Büssi übernimmt den Swiss Music Award. Der Schweizer Musikpreis bekommt in diesem Jahr ein neues Moderatoren-Duo. Melanie Winiger und Mario Torriani geben die Mikrofone an Stefan Büsser und Alexandra Maurer ab. Der Swiss Music Award findet am 10. Februar im Zürcher Hallenstadion statt und wird auf SRF zwei live übertragen. +++

OWelke will Late Night Show mit Böhmermann. Der Moderator der heute Show unterstützt Jan Böhmermann bei dessen Wunsch nach einer „lustigen werktäglichen Unterhaltungsshow“ am späten Abend im ZDF-Hauptprogramm. In einem Interview mit der Berliner Zeitung erklärt Welke, für eine deutsche Late Night-Show kämen nur „Leute wie Schmidt oder Böhmermann“ in Frage. Es brauche „Leute, die Lust haben, sämtliche Themen abzudecken: Politik, Boulevard, Medienkritik, Sport… Und dann musst du die Sendung mit deiner Persönlichkeit tragen“. +++

Veröffentlicht unter Fernsehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert

Das Schweizer Fernsehen und die doppelten TV-Auswanderer

bildschirmfoto-2017-01-06-um-14-12-08

Quelle: Screenshot 3plus.tv

bildschirmfoto-2017-01-06-um-14-13-49

Quelle: Copyright SRF

Die Schweizer Fernsehmacher sind offenbar (wieder) im Auswanderer-Fieber: in diesen Tagen starten gleich zwei neue Staffeln der Auswanderer-Doku-Soaps „Auf und davon“ im Schweizer Fernsehen am Freitagabend und „Adieu Heimat“ beim Privatsender 3+ am 19. Januar. Die beiden Formate teilen sich offensichtlich nicht nur das Thema und die Machart, sondern auch die Auswanderer.  Denn ein Paar bei „Auf und davon“ könnte den aufmerksamen TV-Zuschauer*innen bekannt vorkommen.

Reiseziel Fuerteventura
Es handelt sich dabei um Tobias Bayer und Michael Paris. Die beiden hätten laut SRF-Mitteilung „ihre sicheren Jobs“ in der Schweiz gekündet und suchen nun den Neustart „auf der Insel Fuerteventura“. Dort wollen Tobias und Michael eine Bar eröffnen. Eine Insel, die die Beiden schon bestens kennen. Bereits 2011 wurden sie beim Auswandern auf Fuerteventura mit der Kamera begleitet. Zu sehen in der zweiten Staffel von „Adieu Heimat!“ auf 3+. Damals war ihr Ziel laut Medienmitteilung „ein exklusives Wellness-Hotel im Buddha-Stil zu errichten“. Das Unternehmen scheiterte, wie die Berner Zeitung berichtet. Es sei der falsche Zeitpunkt gewesen, mitten in der Wirtschaftskrise ein eigenes Geschäft in Spanien aufbauen zu wollen. Ob es nun beim zweiten Anlauf klappt, ist unklar. Ebenso ob das Schweizer Fernsehen seine Zuschauer*innen über die Auswanderer-Vergangenheit der Beiden aufklären wird.

Veröffentlicht unter Fernsehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert