50 Jahre “Aktenzeichen XY… ungelöst”: und ewig gruselt sich der Zuschauer

Diese Sendung ist ein Phänomen. Vor genau 50 Jahren, am 20. Oktober 1967 flimmerte (hier stimmt der Begriff für einmal, die Fernsehkisten flimmerten tatsächlich noch) zum ersten Mal die Fahndungssendung mit Eduard „Ede“ Zimmermann in die deutschen Fernsehstuben. Österreich und die Schweiz schalteten sich erst 1968 und 1969 in die Sendung ein, „Aktenzeichen XY… ungelöst“ wurde zu einer Eurovisions-Sendung. Die Schweiz war bis 2003 dabei, Deutschland und Österreich senden das Format bis heute. Und das mit erstaunlichem Erfolg. Im Vergleich mit US-Krimi-Formaten wie „CSI – Las Vegas“ oder „How to get away with murder“ kommt die Fahndungssendung zwar immer noch behäbiger und etwas hölzern daher. Nichts desto trotz holt das Format auch heute noch gute Einschaltquoten, gerade beim jungen Publikum. Warum das so ist, hat Fernsehkritiker Philipp Walulis versucht zu erklären:

Übrigens hat die Sendung auch eine erstaunliche Aufklärungsquote. Von 4586 vorgestellten Fällen wurden 1853 mit Hilfe vom Publikum gelöst, wie das Schweizer Fernsehen ausgerechnet hat. Und weiter: insgesamt wurden 463 Schweizer Kriminalfälle bei “Aktenzeichen XY… ungelöst“ vorgestellt. Darunter waren auch einige Fälle aus der Region Basel, wie barfi.ch zu berichten weiss. Etwa der Fünffach-Mord in Seewen oder ein Kindermörder, der auch ein Opfer aus Reinach auf dem Gewissen hat. Der zweite Fall konnte aufgeklärt werden, so wie 219 weitere Fälle aus der Schweiz. Genau diesen gelösten Kriminalfällen widmet sich auch die Jubiläumsausgabe von „Aktenzeichen XY… ungelöst“, die am 15. November ausgestrahlt wird. Wir werden wieder wie damals als Kinder vor dem Fernseher sitzen. Zwar nicht heimlich, weil es es die Eltern verboten haben, dafür aber wieder mit derselben Portion Grusel wie damals.

Dieser Beitrag wurde unter Fernsehen, Glosse abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.