ARD und ZDF in der Kritik nach Anschlag in Berlin

blackNach dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin am Montagabend kommt Kritik auf an der Berichterstattung der beiden öffentlich-rechtlichen TV-Stationen ARD und ZDF. Die Sender hätten zu spät auf die entsetzlichen Nachrichten aus Berlin reagiert. Die ARD ging um 21:13 Uhr mit einer Sondersendung auf Sendung, das ZDF um 21:45 Uhr mit dem heute-journal. Viel zu spät, so die Stimmen der Kritiker. Internationale Sender wie CNN seien bereits eine Stunde früher auf Sendung gegangen, schreibt der Focus. Das ZDF begründet den Entscheid, man habe zuerst sicher sein wollen, dass es sich um einen Anschlag handelte oder einen Unfall. Er halte die Entscheidung auch im Nachhinein für richtig, so ZDF-Intendant Thomas Bellut gegenüber dem Focus. Und die Programmdirektion der ARD erklärt: „seriöse und gesicherte Informationen gehen vor Schnelligkeit“.

Zu langsam? Zu schnell?
In die entgegen gesetzte Richtung geht die Kritik des Bild-Blog. Die Medien und die Journalisten hätten zu Schnell Gerüchte und Unwahrheiten in die Welt gesetzt, nur um schneller zu sein als die Konkurrenz. Die Empfehlung des Bild-Blogs: „Abwarten, die ermittelnden Behörden ihre Arbeit machen lassen, dann berichten, wenn es gesicherte Fakten gibt“. Gefolgt von einem Zitat der „Zeit“-Journalist Yassin Musharbash: „An einem Tag wie diesem heisst es geduldig sein“. Bei aller (berechtigten) Kritik an den Medien gibt es aber auch Beispiele, die Trost spenden. So hatten sich nahezu alle grossen Berliner Radiosender geeinigt, am Dienstagabend um 18 Uhr auf ihren Radiosendern gleichzeitig eine Schweigeminute abzuhalten.