Benissimo-Comeback: Kugeln, Gewinner und Zoten

Copyright: SRF/Gian Vaitl

Es war wohl der grosse Erfolg des Samstagabend-Klassikers „Wetten, dass..?“ mit Thomas Gottschalk im letzten November, der die grosse Nostalgiewelle im deutschen und deutschsprachigen Fernsehen auslöste. Mit der „einmaligen“ Comeback-Show am 21. November 2021 erzielte das ZDF damals Traumquoten von 14,46 Millionen Zuschauenden. Von diesem Erfolg angestachelt, durchstöberten alle Sender ihre Archive nach vergangenen Erfolgs-Formaten, die man im Zuge dieses Nostalgie-Revivals wiederbeleben könnte. Und wurden fündig: TV total kehrte mit neuem Moderator zurück und auch Quizshows wie „Der Preis ist heiss“ oder „Geh aufs Ganze“ wurden wieder über den Sender geschickt. TV-Richterin Barabara Salesch schwingt wieder ihren Hammer und demnächst soll sogar die Daily-Talk-Show „Britt“ mit Britt Hagedorn aus der TV-Rente zurückkehren. Was in Deutschland funktioniert, klappt doch sicher auch in der Schweiz, dürften sich die TV-Macher:innen im Leutschenbach gedacht haben. So kam es am Samstagabend zum Comeback von „Benissimo“ mit Beni Thurnheer.

Weniger ist mehr

Zwar ist die Million Franken auf 100’000 Franken geschrumpft, ansonsten waren aber alle bewährten Eckpfeiler wieder am Start: die farbigen Kugeln, nervöse Rentner:innen am Telefon, die Tanzeinlagen der „Friends“ und die Sketche, die auch 10 Jahre nach der letzten „Benissimo“-Sendung immer noch aus der Abteilung „Klassiker des Herrenwitzes“ zu stammen scheinen. Zusammen mit Show-Stars wie Helene Fischer und DJ Bobo auf der Bühne kam im Laufe des Abends tatsächlich TV-Nostalgie auf. Ich fühlte mich an vergangene Zeiten als Teenager am Samstagabend auf dem heimischen Sofa erinnert. Als Take That das Studio stürmten und so hunderte Teenager vor Ort kreischen und ausflippen liessen. Als Robbie Williams vor Begeisterung dem in der Kulisse stehenden Securitas ans Hinterteil fasste. Als Beni Thurnheer am Telefon schier verzweifelte, weil ein offenbar leicht angeschwippster Kandidat nicht so recht wusste, wo er gelandet ist. Nach rund zweieinalb Stunden dann der Schluss-Akkord. Wir Zuschauenden haben einen netten Fernsehabend verbracht und die Macher:innen im Leutschenbach können sich am Montag dann beginnen zu überlegen, ob das Comeback wirklich einmalig war…