Böhmermanns „Wetten, dass..?“ zwischen Ironie und Hommage

Ein Baggerfahrer will seine Frau mit Baggerschaufel zum Orgasmus bringen. Oder ein Kind, das seine Füsse in die Gesichter von Politiker streckt und so die Parteizugehörigkeit bestimmen kann. Könnte man sich solche Wetten im guten, alten „Wetten, dass..?“ im ZDF vorstellen? Nur wenn sich Jan Böhmermann die Sendung schnappt und daraus ein 48-minütiges Feuerwerk an Ironie und Sarkasmus macht, aber irgendwo auch eine liebevolle Hommage an eine längst vergangene Fernsehzeit, als wir alle noch Samstagabends frisch gebadet im Pyjama vor der Flimmerkiste sassen und Thomas Gottschalk zusahen, die etwas älteren werden sich sogar noch an Frank Elstner erinnern.

Es war daher sicher kein Zufall, dass dessen Porträt in der Kulisse von Böhmermanns „Wetten, dass..?“ hing und so der Erfinder der Sendung quasi wie ein gütiger König vom Thron herab dem lustigen Treiben im Studio zusah. Dazu rappte DJ Bobo seine grössten Hits, natürlich stilecht vor brennenden Mülleimern und der erste Gast Eko Fresh musste die Sendung vorzeitig verlassen, ebenfalls eine alte „Wetten, dass..?“-Tradition. Der einzige Schönheitsfehler der Sendung war der abrupte Abbruch nach erst 48 Minuten. Aber Böhmermann kündete an, nächste Woche einfach weiterzumachen. Fast wie früher, wenn man mitten im Spielen mit den Sandkastenkollegen vom Mami zum Znacht gerufen wurde.