Christoph Blocher übernimmt Kurs bei der BaZ

Basel – Es kommt zwar nach dem Kauf der Basler Zeitung durch Tito Tettamanti und dem Einsetzen des neuen Chefredaktors Markus Somm nicht ganz überraschend, dürfte aber dennoch für Aufregung in der Medienszene sorgen: Christoph Blocher, ehemaliger Bundesrat und SVP-Vordenker und –Stratege, bestimmt in Zukunft auch die Strategie der Basler Zeitung. Das berichtet die NZZ am Sonntag. Die BaZ-Aktionäre Tito Tettamanti und Martin Wagner haben einer Firma namens Robinvest ein umfassendes Beratungsmandat erteilt. Verwaltungsratspräsident dieser Firma ist Christoph Blocher, seine Tochter Rahel Blocher einziges Verwaltungsratsmitglied. Laut Informationen der NZZ am Sonntag sei das erste Ziel, das die BaZ ab nächstem Jahr einen Gewinn von zehn Prozent des Umsatzes erzielen muss. Dieser lag im letzten Geschäftsjahr bei 263 Millionen Franken. Ausserdem werde die Zerschlagung des Unternehmens in seine Einzelteile vorbereitet, Tettamanti und Blocher würden sich nur für die Basler Zeitung interessieren, alles andere, vor allem Beteilungen und die Druckerei, sollen abgestossen werden. Es läge auf der Hand, dass das alles ein grösserer Stellenabbau mit sich ziehen wird, erklärt ein Insider gegenüber der NZZ am Sonntag. Zum Schluss fragt sich die Zeitung, seit wann Christoph Blocher Einfluss auf die Basler Zeitung hat und wie dieser Einfluss die politische und publizistische Ausrichtung der BaZ beeinflussen wird. Diese Frage könne nicht abschliessend beantwortet werden. Medienbeobachter stellen aber fest, das seit der Übernahme des Chefredaktorensessels von Markus Somm die Ausrichtung der BaZ seit Wochen langsam, aber beständig nach rechts zu tendieren scheint. Vorläufiger Höhepunkt war gestern Samstag ein ganzseitiger Artikel des Gastautors Christoph Blocher. Dessen Biographie erschien übrigens im letzten Jahr, geschrieben hat sie Markus Somm. (Quelle: NZZ am Sonntag)