Harald Schmidt & Dieter Hildebrandt: Senden aus der Nische

Köln – Am Sonntag ging Kabarett-Altmeister Dieter Hildebrandt wieder auf Sendung, allerdings nicht in der ARD, sondern im Internet. Die über Crowdfunding finanzierte Sendung „stoersender.tv“ will nun im Zwei-Wochen-Rhythmus das bringen, was früher einst öffentlich-rechtlich in der ARD verbreitet wurde, Satire, bissige Kritik. Jetzt arbeitet er gegen seine einstigen Arbeitgeber, er wolle ARD und ZDF stören. Dabei wird Hildebrandt von Kollegen wie Roger Willemsen, Konstantin Wecker, Frank-Markus Barwasser (Erwin Pelzig) und Georg Schramm unterstützt. Auch ein anderer altgedienter „Kabarettist“ hat es sich in der Nische bequem gemacht: Harald Schmidt, der einst tatsächlich als Kabarettist startete, mittlerweile aber beim Bezahlsender Sky sein Dasein fristet. Heute gab sein Arbeitgeber bekannt, der Vertrag für die Harald Schmidt-Show ist für ein Jahr verlängert worden.

Kein Platz mehr für „Typen“ im TV?
Schmidt und Hildebrandt, zwei altgediente TV-Gesichter, die einst Millionen zum Lachen und nachdenken brachten, sind nun also endgültig in der Nische gelandet. Hildebrandt kann wenigstens per Internet theoretisch die Massen erreichen, Schmidt sendet beim verschlüsselten Bezahlsender Sky, teilweise seien die Quoten so niedrig gewesen, dass sie nicht gemessen werden konnten. Dabei soll die Sendung gut sein, fast wie früher zu den Glanzzeiten, sagen die wenigen, welche die Sendung schon gesehen haben. Die grossen Zeiten von Schmidt und Hildebrandt scheinen vorbei zu sein, vielleicht ist im Fernsehzeitalter von Lanz und Pilawa aber auch einfach kein Platz mehr für „Typen“ im besten Sinne des Wortes.