„Late Update“: Vom Schreibtisch aus die Welt erklären

Quelle: SRF

Politsatire am Schreibtisch wie bei John Oliver, lustige Politiker-Umfragen wie bei der heute-Show und thematische Videoclips wie bei Böhmermann. Mit dieser Mischung ist am Sonntagabend die neue SRF-Satireshow „Late Update“ mit Michael Elsener gestartet. Zunächst mal muss ich das Schweizer Fernsehen für seinen Mut loben, der Late-Night und der Satire ihren Sendeplatz am Sonntagabend zurück zu geben. Auch wenn man nach dem Ende von Giacobbo/Müller zwei lange Jahre gebraucht hat, um sich für Elsener zu entscheiden. Ein Entscheid, der nach der ersten Ausgabe durchaus als richtig bezeichnet werden kann, auch wenn nicht jede Pointe sass oder jeder Einspieler zündete. Zum Beispiel ein Kurztrickfilm über ein gefrässiges Europa-Barbapapa-Monster, das alle europäischen Länder schluckt und vor dem die Schweiz schreiend davon rennt. So einen Clip hätte man doch eher auf der Facebookseite einer europakritischen Partei erwartet.

Das späte Update am Sonntagabend
Moderator Elsener war eine gewisse Nervosität anzumerken. Vielleicht, weil es die Premiere war, vielleicht, weil das Erbe der Vorgänger doch schwer auf den Schultern lastet. Patty Basler war als Aussenreporterin bei der Albisgüetli-Tagung der SVP unterwegs und stellte Köppel und Co. freche Fragen. Leider entschied man sich aus unerfindlichen Gründen dafür, diese Szenen mit einem Smartphone und grenzwertiger Tonqualität aufzunehmen. Die stärksten Momente hatte Elsener beim Stand-Up zu Beginn der Sendung und bei den Stücken, wo er am Schreibtisch satirisch die Welt erklärt, wie man es von den berühmten Vorbildern kennt. Alles in allem kann ich Ihnen aber nur empfehlen, sich an den nächsten Sonntagen auch mal von Michael Elsener „late updaten“ zu lassen.