Marc glotzt: Lenny, Kenny, Penny und ich

Als unverbesserlicher Optimist versuche ich seit jeher schon, aus einer misslichen Situation das Beste heraus zu holen. Zugegeben: das gelingt mir manchmal besser, manchmal schlecher und manchmal auch gar nicht. Nach dieser Maxime versuche ich während diesen schrecklichen Tagen, wo dieses furchtbare Virus draussen wütet, die Zeit im Home Office zu nutzen, um Serien nachzuholen, die ich verpasst habe oder schändlicherweise bewusst links liegen gelassen. Dazu gehört auch „The Big Bang Theory“, oder besser gesagt: gehörte.

Seriennerds in gefühlter Dauerschleife

Die Sitcom-Saga um die vier Nerds Sheldon Cooper, Leonard Hofstatter, Howard Wolowitz und Raj Koothrappali mochte mich in der Vergangenheit nie so wirklich zu packen. Schon alleine der Fakt, das ProSieben die Serie in der gefühlten Dauerschleife sendet(e), schreckte mich ab. Nun, dafür kann die Serie nichts, diese Erkenntnis sickerte langsam auch bei mir durch und so begann ich vor einigen Monaten, mich Folge für Folge durch die 12 (!) Staffeln von TBBT zu kämpfen. Und die ersten Staffeln waren wirklich stellenweise ein Kampf. Weil ich stets das Gefühl hatte, durch die eben erwähnte Dauerberieselung durch ProSieben etliche Folgen bereits zu kennen. Und weil ich mich eigentlich während fast der ganzen Serie fragte: „Warum sind diese Leute, die sich gar nicht zu mögen scheinen, eigentlich nochmals genau Freunde?

Freunde wider Willen?

Vor allem zwischen Sheldon und Leonard herrscht eigentlich permanent dicke Luft, beide sind entnervt voneinander und trotzdem können sie nicht voneinander lassen. Als dann die Nerd-Themen immer mehr in den Hintergrund rückten und für die Liebesbeziehungen der Hauptcharaktere Platz lassen mussten, war ich immer mehr enttäuscht. Braucht es dafür diese spezielle Konstellation? Solche RomCom-Schnulzen bekommt man doch serien-technisch an jeder Ecke geboten. Und doch kriegte TBBT mich mit der Zeit. Die Figuren sind mir fast unbemerkt Stück für Stück ans Herz gewachsen. Und spätestens in der 279. und letzten Folge war ich versöhnt mit „The Big Bang Theory“. Das Finale kann sich echt sehen lassen, da haben uns die Serienmacher (auch, aber nicht nur Chuck Lorre) schon wesentlich schwächere Enden geboten.

Übrigens: mehr Serientipps und Nerd-Talk findest du im Watchmen Podcast mit Simon Dick und mir.

Watchmen Podcast · Watchmen #038 – Zum Scharfen Eck