Nach „No Billag“: SRG will sparen, Leuthard Gebühren senken

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Das Komitee „Sendeschluss? Nein!“ bedankt sich via Twitter (twitter.com/NoSendeschluss) bei ihren Unterstützerinnen und Unterstützern.

Auch nach dem deutlichen Nein des Schweizer Stimmvolks zur „No Billag“-Initiative kommt die SRG nicht zur Ruhe. Noch während am Sonntagnachmittag die Stimmen ausgezählt wurden, traten die SRG-Verantwortlichen vor die Medien und kündeten ein sattes Sparprogramm von 100 Millionen Franken an. Ab 2019 soll „bei der Infrastruktur, in der Verwaltung, in der Technik, bei den Immobilien, bei den Produktionsprozessen und in der Distribution“ der Rotstift angesetzt werden, wie es in einer Mitteilung heisst. Ob auch Mitarbeitende entlassen werden und wie viele, liessen die Verantwortlichen offen. Auch im Programm kündet die SRG massive Änderungen an: die Hälfte der Gebühreneinnahmen sollen für Informationssendungen eingesetzt werden, ausserdem wolle man im Bereich Film und Serien mehr Eigenproduktionen ins Programm hieven. Und das Schweizer Fernsehen verzichte in Zukunft darauf, die Spielfilme im Abendprogramm durch Werbung zu unterbrechen. Die Massnahmen sollen Stück für Stück die nächsten fünf Jahre umgesetzt werden.

Leuthard will Billag-Gebühren senken
Aber nicht nur SRG-Präsident Jean-Michel Cina und SRG-Generaldirektor Gilles Marchand traten bereits am Sonntag vor die Medien, sondern auch Bundesrätin und Medienministerin Doris Leuthard. Nach der gewonnenen Abstimmung sei es ihr Ziel, die Radio- und TV-Gebühren mittelfristig auf 300 Franken zu senken. Ausserdem sollen in Zukunft nicht nur Radio- und TV-Stationen in den Genuss von Gebührengeldern kommen, sondern auch Online-Angebote könnten einen „Service Public“ bieten.