Regional-TVs und Lokalradios warnen vor “No Billag”

billagWürde die „No Billag“-Initiative am 4. März vom Stimmvolk angenommen, würde nicht nur der SRG den Stecker gezogen, sondern auch bei vielen Schweizer Privatsendern. Mit dieser Botschaft haben sich am Freitag dessen Verbände mit einer Medienkonferenz in den Abstimmungskampf eingeschaltet. 43 Lokalradios und 13 Regional-TVs erhalten wie die SRG Gelder aus dem Gebührentopf. Falle die Billag-Gebühr weg, müssten die meisten dieser Sender den Betrieb einstellen. Vor allem die Berg- und die Randregionen sowie das Tessin und die Romandie wären betroffen. Auch der von den Befürwortern eingebrachte „Plan B“ funktioniere nicht. Als Beispiel wird der Walliser Sender Canal 9 genannt. Dieser musste 2015 auf Pay-TV umstellen. Die Folge: nur 5 Prozent aller Haushalte löste ein Abo, der Sender verlor Geld und musste fünf Mitarbeitende entlassen. Heute sendet Canal 9 nur noch eine statt zwei Stunden pro Tag. Auch ein Pay-TV-System für Nachrichtensendungen würde „nirgendwo auf der Welt“ funktionieren. Pay-TV rentiere nur bei Live-Sport, Unterhaltung und Sex, so Telesuisse-Geschäftsführer Marc Friedli.

„Plan B“ funktioniert nicht
Für eine Finanzierung der Sender alleine durch Werbung sei faktisch nur der Raum Zürich gross genug. Der Werbemarkt werde seit 30 Jahren beackert, er werfe einfach nicht mehr ab, so Martin Mürner, Vizepräsident des Verbands der Schweizer Privatradios. Dazu komme, das die SRG bei einem Ja zu „No Billag“ auch Werbung machen dürfte und so der Werbekuchen noch kleiner würde. Die Lokalsender planen ausserdem einen „Studiotag“ am 3. Februar. Die Bevölkerung wird eingeladen, sich vor Ort „über die Arbeitsweise Ihres Lokalradios oder Ihrer lokalen TV-Station“ zu informieren. Aus der Region Basel nehmen Telebasel und Radio X an dieser Aktion teil.

Leuthard geht früher
Inzwischen herrscht Freude bei den „No Billag“-Befürwortern. Bundesrätin und Medienministerin Doris Leuthard plane, direkt nach der Abstimmung am 4. März ihren Rücktritt einzuläuten, berichtet der Blick. Sie wolle noch die „No Billag“-Abstimmung gewinnen und dann ihren Hut nehmen. Ihr Rücktritt sei „erfreulich“, so Gregor Rutz von der SVP. Leuthard habe „alles gemacht, um die Diskussion über den Service Public zu verhindern“. Leuthard ist in seinen Augen „mitverantwortlich für den Heimatschutzzustand der SRG“. Bei den „No Billag“-Gegnern will man sich im Abstimmungskampf durch den Leuthard-Rücktritt nicht beeinflussen lassen. Mark Balsiger, Kampagnenleiter von „Nein zum Sendeschluss“ sieht sogar „einen Ruck“ durch die Zivilgesellschaft gehen. Der „wirre ‚Plan B“ der „No Billag“-Befürworter habe viele aufgeschreckt.

(Quellen: NZZ, Blick, persoenlich.com)

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