Schweizer Fernsehen: Einschaltquoten im Sinkflug

Zürich – Die Einschaltquoten und Marktanteile der wichtigsten Nachrichtensendungen im Schweizer Fernsehen sind in diesem Frühling so tief wie noch nie, das berichtet die „NZZ am Sonntag“. Die Einschaltquoten der „Tagesschau“-Hauptausgabe um 19.30 Uhr sanken von einer Million auf 600’000 Personen, die Sendung verlor 15 Prozent Marktanteil. Gleich ergeht es den anderen SF-Informationssendungen „10 vor 10“, „Kassensturz“, „Arena“ und „Rundschau“. Auch der Marktanteil des gesamten Fernsehprogramms bröckelt immer mehr: im April und Mai waren es jeweils noch knapp 30 Prozent, unter Fernsehdirektor Peter Schellenberg (1988 bis 2003) waren es noch 35 Prozent, seine Nachfolgerin Ingrid Deltenre konnte den Marktanteil noch bei 34 Prozent halten. Die Gründe dafür würden sich teilweise dadurch erklären, dass viele Zuschauer die Nachrichtensendungen nicht mehr „live“ im Fernsehen schauen würden, sondern zeitversetzt übers Internet, so die „NZZ am Sonntag“. Aber auch der SF-Unterhaltungschef Christoph Gebel wird in die Pflicht genommen, als Radiomann kenne er sich mit dem Fernsehen zu wenig aus. Die Verantwortlichen müssen also reagieren. Das hätten sie laut „NZZ am Sonntag“ bisher auf zwei Arten gemacht: Roger Schawinski wurde als neuer Talker verpflichtet und die monatlichen Einschaltquoten können die Gebührenzahler nur noch auf Anfrage erfahren oder auf dem passwortgeschützten Internetportal für Journalisten abrufen.