Schweizer Netflix ist gestartet – So reagieren Schweizer Medien

2013-08-14 14.24.54Zürich – Nach Deutschland und Österreich ist der Online-Videodienst Netflix letzte Nacht auch in der Schweiz Online gegangen. Das monatliche Flatrate-Abo kostet 11.90 Franken, im Jahr muss man rund 140 Franken hinblättern. Doch momentan ist Netflix noch gratis, zumindest bis Mitte Oktober. Anmelden kann sich aber nur, wer über eine Kreditkarte oder ein Pay Pal-Konto verfügt. Das Angebot sei lückenhaft, schreibt die SRF-Digitalredaktion und vergleicht das Schweizer Netflix-Portfolio mit einem Emmentaler Käse: „voller Löcher, aber recht gut“. Die Lücken im Serien- und Filmangebot würden frustrieren, das zeige ein Blick nach Deutschland, wo sämtliche HBO-Serien wie „Game of Thrones“ oder „True Detective“ fehlen würden. Auch Schweizer Eigenproduktionen seien nicht geplant, hier liege die Konkurrenz vorne, Cablecoms Streaming-Dienst „My Prime“ könne etwa auf Dokumentationen des Schweizer Fernsehens zurückgreifen, ausserdem sei eine eigenproduzierte Schweizer Sitcom mit Patrick Frey geplant.

Netflix sei „wie Emmentaler Käse“…
Bei den fehlenden Eigenproduktionen sieht auch der Tages-Anzeiger die grosse Schwäche von Netflix Schweiz. Das Angebot verliere so sein Alleinstellungsmerkmal. Ausserdem gehe man mit „vergleichsweise hohen Preisen an den Start“, das dürfte einige potentielle Kunden in die „einschlägigen Tauschbörsen treiben“. Und: „Oftmals haben Piraten, die von jetzt auf gleich … alle verfügbaren Folgen einer Serie sehen wollen, … keine andere Wahl“. Denn auch nach dem Start der neuen Dienste müsste man teilweise monatelang auf seine Lieblingsserie warten müssen, bis sie über die offiziellen Kanäle läuft. Zu den positiven Seiten schreibt das SRF, Schweizer Netflix-Kunden könnten von einem grösseren Angebot als die Nachbarländer profitieren, dank Netflix Deutschland und Frankreich. Ausserdem habe Netflix den Online-Streaming-Markt in der Schweiz ins Rollen gebracht. Cablecom brachte schon vor dem Netflix-Start seine Plattform „My Prime“ ins Rollen, die Swisscom will bis Ende Jahr mit einem eigenen Angebot nachziehen.