„SRF bi de Lüt“ in Arlesheim: Fussballfieber und Pfeifkonzerte

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Stiller Zeuge des bunten Fernsehtreibens am Samstagabend: der Dom in Arlesheim.

Gleich zu Beginn eine Art Selbstdeklaration: ich habe familiäre Wurzeln in Arlesheim. Schon als Kind bin ich an so manchem Sonntag durch die Eremitage gestolpert, habe mir ausgemalt, wie es wohl damals in der „Ritterzeit“ im Schloss Birseck zu und her gegangen sein muss. Deshalb war ich besonders gespannt auf „SRF bi de Lüt“ am Samstagabend. Die Sendung kam direkt vom Arlesheimer Dom. Als Gäste wurden die FCB-Legende Beni Huggel und Sänger Baschi eingeladen. Das Wetter war schön, zwei Stunden konnten sich Arlesheim und das Baselbiet während der besten Sendezeit von ihrer Schokoladenseite zeigen. Die Vorraussetzungen für einen gelungenen Fernsehabend waren gegeben. Und Nik Hartmann und sein Team erfüllten ihre Aufgabe doch recht gut. Bis ein böses Foul kurz vor Abpfiff das Spiel nochmals drehte. Vor laufenden Kameras wurde ein Vertreter des Arlesheimer Gemeinderates gezwungen, ausgerechnet ein gelb-schwarzes Fussballleibchen anzuziehen, weil vorher die fussballerische „Dorfwette“ verloren wurde. Als Nik Hartmann dann auch noch die Arlesheimer auf dem Domplatz dazu aufforderte, die YB-Stadionhymne mitzusingen, schallte es Buhrufe und Pfiffe von den Häuserwänden statt warmen Abschiedsapplaus. Schade, konnte man hier den auswärtigen Blick auf die Region nicht ablegen und erkannte die (manchmal etwas) zarte Basler Seele nicht! Wenn man etwas von diesem Abend lernen will, dann vielleicht dies: uns Baslern ist der Fussball heilig. Aber wir sollten trotzdem nicht verlernen, auch manchmal über uns selbst lachen zu können.