Streit und Geldsorgen: Billag-Abstimmung beschäftigt Sonntagspresse

2013-08-14 15.35.01Die Abstimmung über die Revision der Radio- und TV-Gebühren am 14. Juni wirft immer längere Schatten voraus. Gleich mehrere grosse Sonntagsblätter bringen heute Geschichten zur umstrittenen Billag-Gebühr. Die Schweiz am Sonntag berichtet von einem Wortgefecht zweier grosser SP-Frauen, Jacqueline Badran und Anita Fetz. Fetz mache sich „zur Steigbügelhalterin einer versuchten politischen Einflussnahme“, so Badran. Und: „Als Baslerin sollte sie sich nach der Übernahme der Basler Zeitung durch Blocher sensibler zeigen“. Fetz hatte sich in einem Interview mit der „Schweiz am Sonntag“ kritisch über die SRG geäussert. Das Schweizer Fernsehen orientiere sich zu sehr am Mainstream, „um Quoten zu bolzen“. Information, Bildung und Kultur kämen zu kurz. Sie frage sich, ob die SRG den Service Public-Auftrag noch erfülle. Und: „die SRG braucht einen Schuss vor den Bug“.

Was kostet „Giacobbo/Müller“?
Ausserdem beleuchtet die „Schweiz am Sonntag“ die Frage der Kostentransparenz bei der SRG. Das Publikum wisse nicht, was einzelne Sendungen kosten würden, ganz im Gegensatz zum ZDF, wo die Kosten offengelegt würden. So wisse man etwa, dass eine Ausgabe der beliebten heute-show 250‘000 Euro kosten würde. Ein SRG-Sprecher erklärt gegenüber der „Schweiz am Sonntag“, im Geschäftsbericht würden die Kosten einzelner Programmsparten ausgewiesen. Die Transparenz habe aber da Grenzen, wo es zum Beispiel um Verträge von Übertragungsrechte gehe. Warum das Publikum aber nicht wissen dürfe, was eine Folge von „Giacobbo/Müller“ koste, sei nicht beantwortet worden. Die Trägerschaft der SRG wolle aber Druck machen in Sachen Transparenz, es würden noch in diesem Jahr konkrete Forderungen gestellt, schreibt die „Schweiz am Sonntag“ weiter.

Pro-Komitee ohne Geld
Die SonntagsZeitung berichtet von den Geldnöten des Pro-Komitees für das neue Radio- und TV-Gesetzes. Die Gruppierung „Ja zum RTVG“ habe für Werbeaktionen gerade mal 2000 bis 3000 Franken zur Verfügung gehabt. Das Geld sei für eine Webseite und Plakatvorlagen draufgegangen, so CVP-Generalsekretärin Béatrice Wertli. Jetzt hoffe man auf Gelder von den Mitgliedern und auf kostenlose Werbeflächen in den Zeitungen der Verlage, die selber Privatsender betreiben würden, diese würden von der Billag-Revision finanziell profitieren.

Weitere Gruppen schalten sich ein
Ausserdem hätten sich die Verbände der Gehörlosen, Blinden und Sehbehinderten in den Abstimmungskampf eingeschaltet, so die SonntagsZeitung. Diese sind für eine Revision der Radio- und TV-Gebühren, verlangen aber auch eine Gegenleistung: der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB) will, dass das gesamte Angebot der SRG soll untertitelt wird, 5 Prozent der Sendungen sollen in Gebärdensprache übersetzt werden. Der Schweizer Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) verlangt möglichst viele Sendungen mit Audiodeskription.