Tamedia-Umfrage: erstmals Mehrheit gegen „No Billag“

billagZum ersten Mal lehnt eine Mehrheit der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die „No Billag“-Initiative ab. Laut einer Umfrage der Tamedia würden derzeit 59 Prozent der Befragten die Initiative ablehnen, 40 Prozent sprachen sich für ein Ja aus. Was die Gegner besonders freuen wird, die Initiative wird laut den neusten Zahlen sowohl von den jungen als auch von den älteren Stimmberechtigten abgelehnt. Ausserdem stösst die Initiative in der ganzen Schweiz auf Ablehnung. Am höchsten ist der Nein-Anteil mit 63 Prozent in der Romandie, im Tessin sagen 58 Prozent Nein. Bei der letzten Umfrage vor knapp vier Wochen hatten noch die Befürworter der „No Billag“-Initiative mit 51 Prozent die Nase vorn.

Lange Gesichter bei den Initianten
Er sei überrascht, wie schnell sich das Blatt gewendet habe, so Andreas Kleeb von den „No Billag“-Initianten im Blick. Er wirft der Gegenseite vor, sie wolle „die Abstimmung kaufen“ und spielt damit auf die ungleich langen Spiesse bei der Finanzierung der beiden Lager an. Tatsächlich konnte die Polit-Bewegung Operation Libero eine halbe Million Franken für den Abstimmungskampf sammeln, während die Gönner der „No Billag“-Initianten offenbar weniger spendabel waren und nur 160’000 Franken ins Spendenkässeli legten.

Vorsichtige Freude bei Gegnern
„Das Ergebnis freut uns natürlich“, so Laura Zimmermann, Co-Präsidentin der Polit-Bewegung Operation Libero. Aber man bleibe vorsichtig, die Initianten hätten ihr Pulver sicher noch nicht verschossen. Sie dürfen zum Beispiel auf die Schützenhilfe von Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler zählen. Dessen neuster Plan: eine eigene „Arena“ bei den AZ Medien-Sendern TeleZüri, TeleBärn und Tele M1. Moderiert werden soll die Sendung von FDP-Politiker und Zürcher Stadtrat Fillipo Leutenegger. Der neuste Wurf im Nein-Lager ist eine ganze Reihe an kurzen Musikvideo-Clips mit Schweizer Künstlern wie Sina oder „Dr Eidgenoss“ unter dem Hashtag „Clap4Culture“.