CH Media kauft 3+-Sendergruppe

Die Gerüchteküche brodelte schon lange, doch nun ist es offiziell: 3+-Gründer Dominik Kaiser verkauft sein Fernsehimperium an Peter Wanners Senderkette CH Media. Damit wächst das Senderportfolio neben TV24 und TV25 sowie den Regionalsendern TeleZüri, TeleBärn und Tele M1 gleich um vier weitere Stationen, nämlich 3+, 4+, 5+ und 6+. Trotzdem sollen alle Mitarbeitende übernommen werden. Als Begründung für den Verkauf erklärt Kaiser an einer Medienkonferenz, gegen TV-Konkurrenz aus Deutschland – etwa von RTL – würde die 3+-Gruppe immer zu klein bleiben. Durch den Zusammenschluss mit den Wanner-Sendern von CH Media könne man die Position stärken. Wie teuer Kaiser seine Senderkette verkaufte, darüber wurde Stillschweigen vereinbart, die Weltwoche nannte in einem Artikel Mitte September die Summe von mindestens 120 Millionen Franken. Kaiser erklärte, er wolle sich aus dem Unternehmen zurückziehen, aber weiterhin beratend tätig bleiben.

Der Sender, der aus dem Nichts kam
Der Startschuss für die Erfolgsgeschichte von 3+ fiel am 31. August 2006. Während andere Schweizer Privatsender vor allem auf eingekaufte Ware setzten, machte 3+ immer wieder mit erfolgreichen Eigenproduktionen wie „Bauer, ledig, sucht“, „Bachelor“ und „Bachelorette“ und „Bumann – der Restauranttester“ auf sich aufmerksam. Für 2020 plant 3+ die Wiederbelebung der Castingshow „The Voice of Switzerland“, die 2013 und 2014 im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurde. Als Juroren konnten für die Neuauflage die Basler Musiker Anna Rossinelli und DJ Antoine gewonnen werden, ausserdem Noah Veraguth von Pegasus. Die ersten Folgen werden ab dem 26. November 2019 im deutschen Köln-Hürth aufgezeichnet.