Warum die Fussball-EM Quotensegen und -Fluch ist

Die Fussball-EM in Frankreich ist für das Schweizer Fernsehen wie erwartet zum grossen TV-Quotenhit geworden. Das erste Spiel der Schweizer Nati am Samstag-Nachmittag gegen Albanien sahen in der Spitze 882’000 Zuschauerinnen und Zuschauer, der Marktanteil lag bei 72,2 Prozent. Dank des 1:0-Sieges der Schweizer Nati dürfen die Einschaltquoten bei den beiden nächsten Gruppenspielen gegen Rumänien und Gastgeber Frankreich nicht wesentlich tiefer ausfallen. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF können dank der EM derzeit hohe Einschaltquoten einfahren. Den Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Ukraine verfolgten 26,57 Millionen deutsche Fussballfans. Der Marktanteil lag bei 68,5 Prozent. Besonders erfreulich für die ARD: diesmal waren vier Millionen mehr dabei als beim EM-Auftakt der deutschen Mannschaft vor vier Jahren.

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Des Einen Freud…
Weniger zu jubeln haben die Privatsender. Diese müssen auf die stundenlangen Fussball-Übertragungen als Quotengaranten verzichten und fallen mit ihren Sendungen deshalb derzeit ins Quotenloch. Nur RTL konnte sich gegen die übermächtige TV-Konkurrenz durch die Fussball-EM wehren: mit dem Formel 1-Rennen in Kanada, dass gleichzeitig wie das Fussballspiel Deutschland gegen die Ukraine stattfand, konnte der deutsche Privatsender trotzdem vier Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer erreichen.