Hohe Einschaltquoten bei Wulff-Rücktritt – ausser bei Jauch

Berlin/Mainz/Köln – Der Rücktritt des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff beflügelt die Einschaltquoten der deutschen Fernsehsender: mehr als 3 Millionen Zuschauer waren dabei, als Wulff gestern um 11 Uhr sein Amt niederlegte. Am meisten Zuschauer erreichten die grossen Sender wie ARD, ZDF und RTL. Das „Tagesschau Extra“ in der ARD sahen 1,15 Millionen Zuschauer, der Marktanteil lag bei 15,7 Prozent. Das ZDF erreichte mit dem „ZDF spezial“ 0,88 Millionen Personen, hier lag der Marktanteil bei 12 Prozent. Der Privatsender RTL konnte mit „Punkt 12 Spezial“ 0,68 Millionen Menschen vor die Bildschirme locken, mit einem Marktanteil von 9,2 Prozent. Auch die kleineren Sender wie Phoenix oder n-tv konnten mit dem Rücktritt von Wulff höhere Einschaltquoten erreichen, der Marktanteil der Sender lag zwischen 4,4 und 5,5 Prozent. Normalerweise erreichen die beiden Spartensender einen Marktanteil von einem Prozent. Am Abend hatten die Zuschauer das Thema Wulff offenbar schon satt, zwar erreichten die Hauptausgaben der ARD-Tagesschau und von ZDF heute mit durchschnittlich drei Millionen Zuschauern stabile, aber keine aussergewöhnlich hohen Quote. Die ARD sendete nach der 20 Uhr-Tagesschau und nach dem ARD-Brennpunkt ausserdem eine Spezialsendung von Günter Jauchs Talkshow um 21 Uhr. Hier sahen 3,33 Millionen Personen zu, der Marktanteil lag bei 10,1 Prozent. Damit lieferte Jauch die Sendung mit der schwächsten Quote seit dem Start seiner Talkshow im letzten Jahr. Ein Sender entzog sich mehr oder weniger ganz der Berichterstattung um Christian Wulffs Rücktritt: Sat.1. Der Privatsender übertrug weder den Rücktritt von Wulff gestern um 11 Uhr noch die Erklärung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel um 11.30 Uhr, sondern informierte mit Laufbändern und einer kurzen circa zweiminütigen Nachrichtensendung. Dafür brillierte Sat.1 mit einem Wulff-Interview, allerdings schmückte sich der Sender hier mit fremden Federn: gemeint ist nämlich Oliver Kalkofes Parodie auf das Wulff-Interview in der ARD und ZDF vor einiger Zeit. Im Interview mit meedia.de erzählt Kalkofe, wie die Internet-Ausgabe von „Kalkofes Wulffscheibe“ entstanden ist und ob seine legendäre Fernsehparodie wieder den Weg ins Fernsehen findet.